„Allergie? Unsinn – das bildest Du Dir doch nur ein!“

Den Spruch haben wohl die meisten Allergiker irgendwann schon mal gehört, und sei es im Kindesalter. Tatsächlich ist es ja auch nicht eben einfach für einen Nicht-Allergiker, zu begreifen, wieso sein Gegenüber sich angesichts einer Blume in Heul- und Nieskrämpfen ergehen kann … Immerhin, ein Wahres hat die Aussage: Denn tatsächlich ist nicht jeder, der an sich die typischen Symptome beobachten kann, gleich allergisch – eine zunehmende Zahl von Menschen leidet an einer „Pseudoallergie“. Damit bezeichnen Mediziner eine Erkrankung, die weitgehend der Allergie entspricht, ohne aber immunologisch bedingt zu sein.

Der entscheidende Unterschied zur „gewöhnlichen“ Allergie besteht darin, dass die sogenannten Mastzellen von einem Allergen „unspezifisch“ aktiviert werden, das heißt, dass es weder Allergen-Antikörper noch entsprechende Rezeptoren braucht, um eine Reaktion auszulösen – die Reaktion der Mastzelle erfolgt, flapsig ausgedrückt, „einfach so“. Die medizinische Forschung sieht inzwischen einen – freilich bislang unbewiesenen – Zusammenhang zwischen Pseudoallergien und bestimmten Lebensmittelinhaltsstoffen.

Für Pseudoallergien gilt die sogenannte „Dosis-Wirkungskurve“: Kurz gesagt, umso mehr Allergene, desto heftiger die Reaktion. Das ist bei herkömmlichen Allergien nicht der Fall (es sei denn in Extremen); die Reaktion bleibt sich relativ gleich. Pseudoallergien äußern sich aber in ähnlichen Symptomen (Juckreiz, Hautauschlag, gastrointestinale Symptome…) wie herkömmliche Allergien.

Was sind typische Auslöser? Wie gesagt, sieht die Medizin inzwischen eine mögliche Korrelation zwischen Pseudoallergien und Lebensmittelinhaltsstoffen. Dementsprechend reagieren viele Pseudoallergiker auf Fertigprodukte, behandeltes Obst und Gemüse, manchen Käse etc. Eine definierte Anzahl von Auslösern gibt es nicht; mangels weiterer Erkenntnisse stehen darum bislang alle unter Verdacht. Die Pseudoallergien werden erst seit wenigen Jahren erforscht, darum ist der Wissenstand um ihr Wesen – und um mögliche Therapien – noch sehr gering.

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