In Sachen Apfelallergie gibt es wieder ein paar Neuigkeiten zu vermelden. Anscheinend konnte nun ermittelt werden, warum alte Sorten verträglicher als neue Züchtungen sind. Wie es aussieht, kommt es auf den Polyphenolegehalt im Apfel an.

Ein leckerer, erfrischender Apfel zwischendurch – mhmm, das mundet nicht nur im Sommer, sondern kann auch an Wintertagen für Freude sorgen! Denn schließlich schmecken Äpfel nicht nur gut, sondern versorgen den Körper auch mit einer ganzen Reihe von Vitalstoffen.

Es verwundert also kaum, dass die Deutschen pro Kopf in einem Jahr durchschnittlich 17 Kilogramm der gesunden Früchte verzehren. Im Vergleich mit anderen Ländern ist das aber noch gar nichts. Wie ich zum Beispiel hier gelesen habe, konsumieren die Österreicher sogar 29 Kilogramm Äpfel pro Jahr.

Apfelallergie: Verdirbt den Fruchtgenuss

Allerdings gilt der Spaß am Apfelgenuss leider nicht für jeden. Allein in Deutschland leiden beispielsweise ungefähr 1,6 Millionen Bundesbürger an einer Apfelallergie. Diese äußert sich in der Regel darin, dass die Betroffenen nach dem Genuss von Äpfeln lokale Allergiesymptome im Mund aufweisen, wie zum Beispiel geschwollene Lippen oder Kribbeln und Juckreiz im Rachenraum. Gefährlich wird es, wenn die Zunge anschwillt und Atemprobleme eintreten. Aber auch systemische Beschwerden oder ein allergischer Schock sind in schweren Fällen möglich.

Meidung ein Muss?

Wer als Apfelallergiker auf Nummer Sicher gehen will, schwört dem Genuss der gesunden Frucht oftmals gänzlich ab. Doch zeigen verschiedene Studien, dass dies womöglich gar nicht sein muss. So hat beispielsweise vor einiger Zeit eine Schweizer Studie zutage gebracht, dass unter gewissen Voraussetzungen eine Toleranz durch mehr Äpfel erzielt werden kann, während darüber hinaus ältere Apfelsorten sowie eine spezielle Neuzüchtung besser verträglich sein können.

Warum ältere Sorten verträglicher sind

Bislang war allerdings noch nicht ganz klar, warum die alten Sorten seltener Allergien auslösen als die neuen. Wie ich in dem oben erwähnten Artikel lesen konnte, ist Thomas Bernert, Student der Lebensmitteltechnologie an der Hochschule OWL, dieser Frage auf den Grund gegangen und hat in seiner Bachelorarbeit gezeigt, dass wahrscheinlich die Stoffgruppe der Polyphenole für die bessere Verträglichkeit von alten Apfelsorten verantwortlich ist. Demnach enthielten wohl vor allem ältere Sorten wie z.B. Roter Boskoop große Mengen Polyphenole, während die Stoffe in neuen Sorten aufgrund des säuerlichen Geschmacks und der zügigeren Bräunung nach Anschnitt oftmals zu großen Teilen gezielt weggezüchtet würden. Für Allergiker seien aber gerade die Polyphenole wichtig, da sie, laut Jürgen Zapp, dem Betreuer der Bachelorarbeit, das eigentliche Apfelallergen inaktivieren können und somit zu verhindern vermögen, dass die allergieauslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden.

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