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Tipps für Allergiker
Seit einem Jahr gibt es eine echte Alternative zur Desensibilisierungsspritze, sie nennt sich “Gräserpille” oder “Pollenpille”. Gemeint ist damit die Tablette „Grazax“, sie wird unter die Zunge gelegt und löst sich dort auf.
Sie hilft, so Studien, bei 50 Prozent der herumwirrenden Pollen, die Allergien auslösen können. Sie wurde die Desensibilisierungs-Tablette in Deutschland zugelassen. Die Tablette der Firma ALK-Abelló desensibilisiert ebenfalls durch geringe Mengen an Pollen, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Neue Therapieformen bei Heuschnupfen
Dies führt zunächst dazu, dass es im Mundraum kribbelt. Doch dies soll nach einem gewissen Zeitraum nachlassen. Im Laufe der Zeit wird der Körper aber dann unempfindlich gegen diese Pollen. weiter Lesen »
Etwa 20% der Deutschen werden vom Heuschnupfen und dessen typischen Symptomen wie Niesattacken, einer ständig laufenden Nase und juckenden, tränenden Augen geplagt. Der Heuschnupfen ist eine Form der Allergie.
Der Allergiker, der Pollen von Blüten und Gräsern aus der Luft einatmet, hat mit einer Überreaktion seines Immunsystems zu kämpfen: der Körper setzt vermehrt Histamin frei, was zu den oben genannten lästigen Symptomen des Heuschnupfens führt.
Die Methode existiert schon seit längerer Zeit, wirklich Erfolge zeigt sie erst seit ein paar Jahren: Desensibilisierung wird immer mehr zu einer ernstzunehmenden Heilmethode bei Allergien.
Die Methode ist vom Prinzip her simpel und der Impfung nicht unähnlich. Der Allergiker bekommt über einen längeren Zeitraum kleine Dosen des Allergens verabreicht. Dabei hat man heutzutage die Wahl zwischen Spritzen, die subkutan, also direkt unter die Haut verabreicht werden, und Tabletten.
Dadurch, dass man dem Allergen andauernd ausgesetzt ist, sollen sich innerhalb von ein oder zwei Jahren Antikörper bilden. Die Dosis wird über diesen Zeitraum bei optimalem Verlauf langsam gesteigert, so dass sich der Körper daran gewöhnen kann.
Wurde früher von den meisten Ärzten von einer solchen Therapie abgeraten, so ist heute die Erfolgsquote viel höher. Durch die Einführung von Tabletten vor ein paar Jahren ist die Therapie zudem auch deutlich schmerzfreier geworden.
Man muss jedoch aufpassen: Für alle Arten von Allergien hilft die Desensibilisierung nämlich nicht.
Als alter Hausstauballergiker muss ich wahrscheinlich weiterhin Teppiche meiden und das Parkett saugen. Optimal für eine Desensibilisierung sind nämlich Allergien, die nur in einer bestimmten Jahreszeit auftreten, zum Beispiel Heuschnupfen. Die Therapie wird dann angesetzt, wenn der Körper gerade unbelastet ist, um ihn auf die stressige Zeit schonend vorzubereiten.
Auch Leute, die viele Allergien auf einmal mit sich herumschleppen, sollten sich lieber gut beraten lassen, bevor sie eine derartige Therapie in Erwägung ziehen. Ganz wichtig ist auch, dass man dem Arzt vertraut. Es drohen schwere Allergierisiken. Wenn die Injektion schlampig durchgeführt wurde, sich die Schwester bei der Dosis vertut oder man aufgrund seines Allergieprofils einfach nicht geeignet ist, dann stehen einem möglicherweise allergischer Schock und heftige Lokalreaktionen ins Haus. Leute mit Neurodermitis müssen sich auf eine mögliche Verschlechterung ihrer Symptome gefasst machen.
Trotzdem, wenn man Glück hat, kann eine Desensibilisierung die Tür öffnen zu einem weitgehend allergiefreien Leben. Eine Beratung beim HNO- Arzt des Vertrauens lohnt also allemal.
Ein alltägliches Phänomen: Wenn es uns juckt, kratzen wir uns. Besonders Menschen mit empfindlichen Hautallergien leiden oft unter lästigem, wenn nicht qualvollem Juckreiz.
Dass Kratzen hilft – dem wird niemand widersprechen. Aber warum? Forscher von der Wake Forest University in Winston-Salem haben kürzlich herausgefunden, dass während des Kratzens die Aktivitäten zweier Hirnareale, des vorderen und hinteren singulären Cortex’, deutlich abnehmen. Diese in der Großhirnrinde ansässigen Areale sind zuständig für unangenehme Sinneseindrücke und Erinnerung. Beim Kratzen stellen sie ihre Aktivität nahezu ein. Gleichzeitig steigen die Aktivitäten in anderen Hirnarealen, die Schmerzempfindung und Zwangsverhalten steuern. Das könnte erklären, warum viele Menschen, selbst wenn sie sich blutig kratzen, keinen nennenswerten Schmerz spüren und das Fortsetzen dieser Tätigkeit sogar als angenehm empfinden.
Die Forscher wollen sich diese Erkenntnisse zunutze machen, indem sie Medikamente gegen Juckreiz entwickeln, die direkt im Gehirn ansetzen. Dann könnte die leidige Kratzerei endlich ein Ende haben.