Schon Großmutter wusste, dass ein bisschen Dreck durchaus gesund sein kann. Nun haben Forscher herausgefunden, dass Kuhstalldreck sogar vor Allergien schützen kann.

Dass zuviel Sauberkeit Allergien begünstigen kann, wusste man ja bereits, aber dass in bestimmtem Dreck wirklich Potential für die Gesundheit steckt, ist neu.
Nun läuft die Forschung auf Hochtouren. Den Wissenschaftlern (unter anderem von der Ludwig- Maximilians-Universität München) ist es gelungen, zwei Keime zu identifizieren, die besonders oft im Kuhstall vorkommen und die Entstehung von Allergien verhindern können. Dabei handelt es sich um den Lactococcus lactis und den Acinetobacter lwoff.

Bei der „Kuhstallstudie“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurde, haben Forscher Bauernhofkinder in Bayern, Baden-Württemberg, Tirol und der Schweiz beobachtet. Dabei wurde auch der Stalldreck untersucht und die Rohmilch, denn mit beidem kamen die Kinder von klein auf in Kontakt. Auf diese Weise entdeckten die Forscher zwei Bakterien, die offenbar effizient die Immunabwehr der Kinder aufbauen.
Parallel untersuchte man eine Vergleichsgruppe mit Kindern, die zwar auch auf dem Land aufwuchsen, nicht jedoch auf Bauernhöfen. Hier trat eine deutliche höhere Neigung zu Allergien und auch Neurodermitis auf.

Mittels Versuchen an Mäusen wird nun getestet, inwieweit die Keime für medizinische Zwecke genutzt werden können. Zunächst wurden den Mäusen die Keime in die Nase gestrichen und anschließend allergieauslösende Stoffe gegeben. Die Mäuse bekamen jedoch nicht Asthma und andere Reaktionen wie die Tiere in der Vergleichgruppe.

Basierend auf diesen Erkenntnissen soll nun eine Impfung für den Menschen entwickelt werden. Dies kann jedoch noch einige Jahre dauern, da bislang kein Pharma-Konzern Interesse daran hat, die Forschungen voran zu treiben und dementsprechend Geldmittel fehlen.