Ein alltägliches Phänomen: Wenn es uns juckt, kratzen wir uns. Besonders Menschen mit empfindlichen Hautallergien leiden oft unter lästigem, wenn nicht qualvollem Juckreiz.

Dass Kratzen hilft – dem wird niemand widersprechen. Aber warum? Forscher von der Wake Forest University in Winston-Salem haben kürzlich herausgefunden, dass während des Kratzens die Aktivitäten zweier Hirnareale, des vorderen und hinteren singulären Cortex‘, deutlich abnehmen. Diese in der Großhirnrinde ansässigen Areale sind zuständig für unangenehme Sinneseindrücke und Erinnerung. Beim Kratzen stellen sie ihre Aktivität nahezu ein. Gleichzeitig steigen die Aktivitäten in anderen Hirnarealen, die Schmerzempfindung und Zwangsverhalten steuern. Das könnte erklären, warum viele Menschen, selbst wenn sie sich blutig kratzen, keinen nennenswerten Schmerz spüren und das Fortsetzen dieser Tätigkeit sogar als angenehm empfinden.

Die Forscher wollen sich diese Erkenntnisse zunutze machen, indem sie Medikamente gegen Juckreiz entwickeln, die direkt im Gehirn ansetzen. Dann könnte die leidige Kratzerei endlich ein Ende haben.

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