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Eure Meinung

Glutenintoleranz

21. Dezember 2008
Autor: Ariane

Viele Menschen leiden heutzutage unter einer Nahrungsmittel-Intoleranz. Vermutlich eine Folge unserer  stark industruiell verarbeiteten Nahrungsmittel und unserer Überflussgesellschaft.

Auch die Zahl der Betroffenen der Gluten-Intoleranz bzw. Gluten-Unverträglichkeit nimmt leider stetig zu.
Hierbei reagiert der Körper sehr empfindlich auf Gluten, das auch als Klebereiweiss bezeichnet wird und ein Bestandteil der meisten Getreidesorten ist. Die Glutenunverträglichkeit im Säuglings- und Kindesalter heißt Zöliakie, im Erwachsenenalter spricht man dagegen von Sprue. Betroffen ist derzeit etwa eine von 1.000 Personen, Tendenz steigend. Häufig wissen die Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung und leider gehört die Untersuchung auf Gluten-Intoleranz auch noch längst nicht fest zum Bestandteil eines Nahrungsmittelallergietest. Wie auch bei der Histamin-Intoleranz bleibt es den Betroffenen oft nahezu selbst überlassen, die Beschwerden einzuordnen und den Arzt gezielt auf einen Verdacht auf Gluten-Intoleranz anzusprechen.

Gluten kommt vor allem in Weizen, Gerste, Roggen und Hafer vor. Aufgrund der Intoleranz wird die Schleimhaut des Dünndarms angegriffen und ihre Funktion deutlich eingeschränkt. Dadurch wird unter anderem die Aufnahme von Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Kohlenhydraten und Fetten erschwert und es kommt besonders zu einem Kalzium- und Eisenmangel. Gluten-Intoleranz kann in jedem Alter auftreten und stellt dann eine chronische Erkrankung dar. Die Wissenschaft geht derzeit davon aus, dass Vererbung eine wichtige Rolle spielt.

Die äußerst hilfreiche Website Symptome.ch listet folgende Symptome für Glutenintoleranz auf:
- Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Durchfall, manchmal abwechselnd)
- Appetitlosigkeit oder ständiger Hunger
- Müdigkeit/Erschöpfung, Schlafstörungen
- Übelkeit
- Rückenschmerzen
- Vitalstoffmangel speziell Eisenmangel
- Untergewicht
- Übergewicht / Pummeligkeit trotz wenig essen
- Neurologische Beschwerden wie Schizophrenie, Depressionen, Autismus, ADS und andere Lern- und Verhaltensstörungen
- Kasein- (Milchprotein) Unverträglichkeit. Speziell bei Autismus, ADS und andere Lern- und Verhaltensstörungen wird wegen den opiaten Casomorphiden (das Pendent zum chemisch sehr ähnlichen Gladiomorphin des Gluten) auch, oder manchmal nur, Milch nicht vertragen!

Wer unter einigen der Symptome leidet, sollte zuallererst ein Ernährungstagebuch anschaffen und dort akribisch notieren, was er wann in welchen Mengen verzehrt hat und welche Reaktionen darauf hin zu registrieren waren. Mit diesem Ernährungstagebuch geht es dann zum Arzt.

Die Diagnose ist anhand einer Gewebeprobe des Dünndarms nachweisbar, die man oft jedoch hartnäckig vom Arzt einfordern muss. Notwendig ist dabei eine Darmspiegelung, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird. Die Probenentnahme sollte auf jeden Fall vor der Umstellung auf glutenfreie Ernährung erfolgen, weil sonst die Diagnostik erschwert wird.

Ähnlich wie bei einer Allergie lassen sich im Blut vieler Betroffener zwar spezielle Gliadin-Antikörper finden, die durch den Kontakt mit Gluten entstehen, ein negativer Antikörpertest schließt aber eine Zöliakie nicht sicher aus.

Bei wem die Diagnose Gluten-Intoleranz eindeutig feststeht, der hat keine andere Wahl, als sich sein Leben lang glutenfrei zu ernähren. Das ist nicht immer einfach, doch gibt es heutzutage bereits eine große Auswahl an glutenfreien Rezepten und Lebensmitteln. Wer sich trotz der Erkrankung nicht glutenfrei ernährt, muss leider oft mit Spätfolgen rechnen.

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6 Kommentare zu “Glutenintoleranz”


  1. Heike schreibt:

    Nahrungsmittelintoleranzen insbesondere die Glutenintoleranz werden immer häufiger diagnostiziert. Das ist richtig. Die Frage ist, ob es eine echte Zunahme Betroffener gibt oder ob lediglich die Aumerksamkeit größer geworden ist und damit die Sensibilität bei Patienten und Ärzten zugenommen hat, was dann zu einer Häufung der Diagnosen führt Interessant wären Studien bzgl. industrieller Verarbeitung von Lebensmitteln und Glutenunverträglichkeit.

  2. Nadine Says:

    Hallo Heike, danke für diesen interessanten Gedankeneinwurf. Auch ich würde solche Studien begrüßen. LG, Nadine

  3. Hans-Joerg schreibt:

    Danke für diesen Beitrag. Ich habe die letzten Tage überprüft wie ich auf Brot reagiere. Ich werde Müde, Antrieblos, Erschöpft und das schon von einem kleinen Stück Brot , keine 100 Gramm. Weiterhin habe 7 Symptome. Um nehme bis dato noch Medikamente die Gluten enthalten. Das ich mich in den letzten 5 Jahren an denen ich täglich diese Medikamente eingenommen habe bescheiden gefühlt kann ich mir nun erklähren.

  4. Nadine Says:

    Hallo Hans-Joerg! Vielen Dank für Ihren Kommentar. Vielleicht sollten Sie zur abschließenden Klärung Ihrer Beobachtungen noch einen Facharzt aufsuchen? Möglicherweise kann Ihnen dieser dann auch Medikamente verordnen, die kein Gluten enthalten. Ich wünsche Ihnen jedenfalls gute Besserung und alles Gute! Viele Grüße, Nadine

  5. Stella schreibt:

    Habe mein lebenlang Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung in Abwechslung mit Durchfälle. Habe Magen und Darmspiegelung hinter mir, doch keiner hat was gefunden. Seit drei Monate habe ich auf den Rat vom Rheumatologen kein Gluten mehr zumir genommen und auch keine Laktose ( wg. bestehende Intoleranz ), seitdem gehts mir bestens. Habe regelmäßigen Stuhlgang, manchmal sogar bis drei mal am Tag und kaum Blähungen. Schlafe gut und fühle mich einfach fitter. Also, ob ich eine Glutenintoleranz habe ist nicht nachgewiesen, aber die Fakten sprechen für sich!

  6. Nadine Says:

    Hallo Stella, vielen Dank, dass Sie uns an Ihren Erfahrungen dazu teilhaben lassen. Es ist schön, dass es Ihnen durch den Verzicht auf Gluten und Laktose nun endlich wieder besser geht. Das könnte auch für viele andere Menschen mit einer ähnlichen Magen-Darm-Symptomatik eine interessante Herangehensweise sein. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute! Viele Grüße, Nadine

 

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