Trotz der seit November 2005 geltenden Allergen-Kennzeichnungsverordnung reichen die Informationen zu Allergenen in Lebensmitteln für 70 Prozent der Lebensmittelallergiker nicht aus. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB).

Derzeit erarbeiten daher Experten aus Politik, Medizin, Wissenschaft, Verbänden und der Wirtschaft Vorschläge für eine verbesserte Aufklärung und Information.
Auf verpackter Ware müssen seit November 2005 die zwölf (ab Ende 2008 vierzehn) Hauptauslöser für Allergien gekennzeichnet werden.

Verbraucher stufen laut Umfrage des DAABs die zur Zeit uneinheitlichen Informationen zu Allergenen und Auslösern in der Zutatenliste jedoch als unzureichend und verwirrend ein.
So ist zum Beispiel hinter dem Begriff „Molkenprotein“ nicht ohne Weiteres die Zutat Milch zu erkennen. Verunsichernd ist auch die unterschiedliche Verwendung von Allergie- und Warnhinweisen zu ungewollten Kontaminationen wie „kann Spuren von … enthalten“.
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) erstellt deshalb in Absprache mit dem DAAB eine Broschüre für die Hersteller zur einheitlichen Allergenkennzeichnung. Zudem sind Schwellenwerte für Allergenmengen vorgesehen, die für die Mehrzahl der Allergiker unproblematisch sind.

Noch schwieriger ist das Erkennen von Allergenen in loser Ware, da hierfür keine Kennzeichnungspflicht existiert.
So kommt es oft zu unerwarteten Reaktionen nach dem Verzehr von offenen Back- und Wurstwaren.
Ein erster Schritt zur besseren Information der Betroffenen sind die freiwilligen Ansätze von Bäckerei- und Fleischereihandwerk zur Kennzeichnung allergener Stoffe in loser Ware. Besonders fachliche Fehler und Fehlinformationen an der Theke werden für Allergiker gefährlich.  Geplant sind deshalb entsprechende Schulungsmaßnahmen für die Fachverkäufer.

Weitere Informationen: www.was-wir-essen.de/infosfuer/allergie.php