Als Allergiker hat man es ja nicht leicht und ist immer auf der Suche nach Alternativen zur (meist schwer an starken Medikamenten orientierten) Schulmedizin. Da ist es natürlich nahe liegend, dass man sich auch mal näher mit Bachblüten beschäftigt.

Der Einsatz alternativer Methoden bei Allergien ist allerdings umstritten.
So übernehmen die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen die Kosten für diese Heilverfahren, weil meistens ein Wirkungsnachweis fehlt.
Trotzdem sorgen alternative Heil- und Testmethoden wie Pendeln, Eigenblutbehandlung, Bioresonanz- und Bachblüten-Therapie als Wundermittel gegen Allergien und Asthma immer wieder für Schlagzeilen. Was ist also dran an der alternativen Allergiebehandlung?

Allergologen haben Alternativmethoden unter die Lupe genommen.

– Akupunktur:
Hierbei werden bestimmte Punkte am Körper durch die Setzung von Nadeln gereizt.
Kontrollierte Studien belegen Effekte bei leichtem Asthma.
Als Ergänzung klassischer Therapieverfahren der Lungenheilkunde ist das Verfahren daher akzeptabel.

– Elektroakupunktur nach Voll:
Änderungen elektrischer Potenziale an Akupunkturpunkten sollen Aufschluss über Krankheitsursachen geben.
Dieses Verfahren wurde jedoch bereits 1976 im Beisein von Dr. Reinhold Voll widerlegt.

– Behandlung mit Eigenblut:
Venös entnommenes Blut wird dem Patienten in einen Muskel gespritzt oder in einer homöopathischen Variante in Wasser oder Alkohol gelöst zum Trinken gegeben.
Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit liegen nicht vor.
Dagegen kann es nach der Injektion zu schmerzhaften Entzündungen kommen.

– Autohomologe Immuntherapie nach Kief:

Speziell aufbereitetes Blut oder Urin werden geschluckt, inhaliert oder injiziert.
Ein nachvollziehbarer Wirksamkeitsnachweis fehlt. Die Methode ist extrem teuer.

– Aromatherapie und/ oder Farbtherapie:

Inhalation von duftenden Pflanzenessenzen oder Bestrahlung mit farbigem Licht.
Die Wissenschaftler attestierten dieser Methode Autosuggestion beziehungsweise Placebowirkung. Damit sei die Anwendung zwar harmlos, aber wirkungslos.

– Bachblüten-Therapie:
Frische Blüten ausgewählter Pflanzen werden über Nacht in frisches Quellwasser gelegt. Die Essenz wird am nächsten Morgen eingenommen oder weiterverarbeitet.
Das tropfenweise Trinken von Blumenwasser hat sehr wahrscheinlich keine Wirkung, eine Wirkungslosigkeit konnte jedoch NICHT nachgewiesen werden, ebenso wenig wie Autosuggestion oder Placebowirkung.

– Kinesiologie:
Allergien werden durch Kontakt von Allergieauslösern mit nachfolgender Änderung der Muskelspannung nachgewiesen.
Widerlegt in einer Doppelblindstudie mit einem erfahrenen Kinesiologen.
Die Methode versagte auch bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

– Pendeln:
Allergien werden durch Auspendeln festgestellt.
Die Forschung attestiert keinerlei Aussagekraft, die Methode beruht nur auf Suggestion.

– Bioresonanz und ähnliche Verfahren:

Die durch den Kontakt mit Allergenen verursachte “ultrafeine Schwingungen“ und andere elektrische Phänomene sollen mittels eines speziellen Gerätes messbar und auch löschbar sein.
Klinische Studien zeigten, dass Bioresonanz weder für die Diagnostik noch für die Therapie von Allergien geeignet sind.

Homöopathie:
Verwendung von sehr stark verdünnten (“potenzierten“) Wirkstoffen.
Bisher konnten nur für die Pflanze Galphimia glauca in einer bestimmten Verdünnung Hinweise auf Wirksamkeit bei Heuschnupfen gezeigt werden.

– Traditionelle Chinesische Medizin:

Verwendung von traditionell überlieferten Mischungen von Heilpflanzen.
Die komplexen Mischungen enthalten oft Dutzende Wirkstoffe, teilweise mit Wechselwirkungen, die eine wissenschaftliche Beurteilung erschweren. Es gibt sowohl Hinweise auf Wirksamkeit als auch auf schwere Nebenwirkungen.

„Alternative Methoden sind keine wirkliche Alternative. Sie können die klassische Therapie nicht ersetzen“, so das Fazit der an der Studie beteiligten Wissenschaftler.

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