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Die Methode existiert schon seit längerer Zeit, wirklich Erfolge zeigt sie erst seit ein paar Jahren: Desensibilisierung wird immer mehr zu einer ernstzunehmenden Heilmethode bei Allergien.
Die Methode ist vom Prinzip her simpel und der Impfung nicht unähnlich. Der Allergiker bekommt über einen längeren Zeitraum kleine Dosen des Allergens verabreicht. Dabei hat man heutzutage die Wahl zwischen Spritzen, die subkutan, also direkt unter die Haut verabreicht werden, und Tabletten.
Dadurch, dass man dem Allergen andauernd ausgesetzt ist, sollen sich innerhalb von ein oder zwei Jahren Antikörper bilden. Die Dosis wird über diesen Zeitraum bei optimalem Verlauf langsam gesteigert, so dass sich der Körper daran gewöhnen kann.
Wurde früher von den meisten Ärzten von einer solchen Therapie abgeraten, so ist heute die Erfolgsquote viel höher. Durch die Einführung von Tabletten vor ein paar Jahren ist die Therapie zudem auch deutlich schmerzfreier geworden.
Man muss jedoch aufpassen: Für alle Arten von Allergien hilft die Desensibilisierung nämlich nicht.
Als alter Hausstauballergiker muss ich wahrscheinlich weiterhin Teppiche meiden und das Parkett saugen. Optimal für eine Desensibilisierung sind nämlich Allergien, die nur in einer bestimmten Jahreszeit auftreten, zum Beispiel Heuschnupfen. Die Therapie wird dann angesetzt, wenn der Körper gerade unbelastet ist, um ihn auf die stressige Zeit schonend vorzubereiten.
Auch Leute, die viele Allergien auf einmal mit sich herumschleppen, sollten sich lieber gut beraten lassen, bevor sie eine derartige Therapie in Erwägung ziehen. Ganz wichtig ist auch, dass man dem Arzt vertraut. Es drohen schwere Allergierisiken. Wenn die Injektion schlampig durchgeführt wurde, sich die Schwester bei der Dosis vertut oder man aufgrund seines Allergieprofils einfach nicht geeignet ist, dann stehen einem möglicherweise allergischer Schock und heftige Lokalreaktionen ins Haus. Leute mit Neurodermitis müssen sich auf eine mögliche Verschlechterung ihrer Symptome gefasst machen.
Trotzdem, wenn man Glück hat, kann eine Desensibilisierung die Tür öffnen zu einem weitgehend allergiefreien Leben. Eine Beratung beim HNO- Arzt des Vertrauens lohnt also allemal.
Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat einen aktualisierten Pollenkalender für 2008 veröffentlicht. Die Prognosen berufen sich auf Pollenflugaufzeichnungen der letzten acht Jahre.
Dieser Kalender ist insofern eine Besonderheit, als das Pollenvorkommen in den letzten Jahren durch rasch veränderte klimatische Bedingungen über das ganze Jahr gesehen deutlich zugenommen hat. Zurzeit ist beispielsweise zu beobachten, dass manche Pflanzen aufgrund der milden Temperaturen bereits blühen, was für diese Jahreszeit ungewöhnlich ist.
Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst reagiert mit ihrem aktualisierten Kalender auf die ersten spürbaren Auswirkungen des Klimawandels; Allergiker werden es ihr danken. Neben dem grundlegenden, tabellarischen Pollenkalender, der das Pollenvorkommen nach Monaten darstellt, wird auch ein ständig aktualisierter Pollenkalender mit regionalen Schwerpunkten bereitgestellt. Letzterer informiert unter Einbezug der Wetterdaten über die voraussichtliche Pollenbewegung, die Konzentration usw.
Allergien kommen, davon kann man wohl ausgehen, nicht aus dem Nichts.
Dennoch können Experten bis heute nicht zweifelsfrei beantworten, warum nur einer von zwei Zwillingen, die unter weitgehend gleichen Bedingungen aufgewachsen sind, an einer Allergie leidet - etwas genetische Lotterie oder dergleichen scheint auch eine Rolle zu spielen, oder kurz: Manche haben einfach Pech.
Ich gehöre dazu; mein Heuschnupfen plagt mich seit Jahren. Und wenn ich ehrlich bin, hätten die folgenden Ratschläge mir auch kaum geholfen - im Großen und Ganzen habe ich sie - völlig unabsichtlich, versteht sich - alle beherzigt, und bin dennoch ein passionierter Heu-Nieser. Seien Sie sich also darüber im Klaren, dass die folgenden Umwelt-, Wohn- oder allgemein Lebenssituationen, von denen man annimmt, dass sie Allergien provozieren, durchaus nicht die einzigen Allergieauslöser sind; bzw., dass manche von uns einfach allergisch werden, ganz gleich, was wir tun. Ein wenig fühlt man sich wie Charlie Brown, der nie ein Rendez-vous mit dem kleinen rothaarigen Mädchen haben wird …
Rauch und Abgase
Besonders Kleinkinder, die im Umfeld eines oder mehrerer Raucher aufwachsen, sind später allergiegefährdet. Ein plausible Begründung wäre beispielsweise, dass der Tabakqualm die Atemwegs-Schleimhäute übermäßig reizt und letztlich überempfindlich macht. Dasselbe gilt verständlicherweise für Abgase.
Kurze - oder gar keine - Stillzeit
Natürlich ist es jeder Frau überlassen, zu entscheiden, ob sie ihr Kind stillen möchte oder nicht. Nachweislich steigt aber das Allergierisiko bei Kindern, die nicht gestillt werden.
Soziales Umfeld
Keine Sorge, jetzt kommt kein Anna-Gavalda-Roman. “Soziales Umfeld” meint: Mit umso mehr Menschen man täglichen Umgang pflegt, umso resistenter ist man gegen Allergien. Warum? Aus demselben Grund, aus dem Kinderärzte raten, Kinder möglichst viel im Freien spielen zu lassen: Der Kontakt mit verschiedenen Reizstoffen - alle in verträglichen Dosen, versteht sich - stärkt das Immunsystem. Eine Art natürliche Homöopathie also.
Ernährung
Dieser Punkt scheint auf den ersten Blick einleuchtend, wird aber bei genauerer Betrachtung zunehmend diffuser: Denn was der Eine verträgt, das löst beim Anderen nur noch Übelkeit aus. Ganz ähnlich verhält es sich mit den in Nahrungsmitteln enthaltenen Allergenen: Nicht alle mögen den Ausbruch einer Allergie provozieren; aber welche? Letztlich ist das individuell verschieden. Sollten die allergischen Beschwerden allerdings allzu stark sein, lohnt es sich, gemeinsam mit dem Hausarzt die eigenen Ernährungsgewohnheiten kritisch zu begutachten.
Ein alltägliches Phänomen: Wenn es uns juckt, kratzen wir uns. Besonders Menschen mit empfindlichen Hautallergien leiden oft unter lästigem, wenn nicht qualvollem Juckreiz.
Dass Kratzen hilft - dem wird niemand widersprechen. Aber warum? Forscher von der Wake Forest University in Winston-Salem haben kürzlich herausgefunden, dass während des Kratzens die Aktivitäten zweier Hirnareale, des vorderen und hinteren singulären Cortex’, deutlich abnehmen. Diese in der Großhirnrinde ansässigen Areale sind zuständig für unangenehme Sinneseindrücke und Erinnerung. Beim Kratzen stellen sie ihre Aktivität nahezu ein. Gleichzeitig steigen die Aktivitäten in anderen Hirnarealen, die Schmerzempfindung und Zwangsverhalten steuern. Das könnte erklären, warum viele Menschen, selbst wenn sie sich blutig kratzen, keinen nennenswerten Schmerz spüren und das Fortsetzen dieser Tätigkeit sogar als angenehm empfinden.
Die Forscher wollen sich diese Erkenntnisse zunutze machen, indem sie Medikamente gegen Juckreiz entwickeln, die direkt im Gehirn ansetzen. Dann könnte die leidige Kratzerei endlich ein Ende haben.